Persönlicher Film-Tipp unserer Programm-Planerin Christina:
"Wenn französische Filmemacher*innen eines beherrschen, dann ist es mit einer angenehmen Leichtigkeit schwere Themen zu erzählen. So auch in BON VOYAGE – BIS HIERHER UND NOCH WEITER, in dem die 80-jährige Marie sich ihre Selbstbestimmtheit auch durch ihre Krebserkrankung nicht nehmen lassen will. Die Krankheit verursacht starke Schmerzen, ihr Tod ist eine Frage der Zeit und sie ist entschlossen, die Umstände selbst zu bestimmen. Sie arrangiert in der Schweiz einen Termin zur Sterbehilfe, in den durch einen Zufall Rudy, der Pfleger der Seniorenhilfe, eingeweiht wird. Nun bleibt nur noch eine schwierige Aufgabe: Marie muss ihrer Familie die Wahrheit sagen. Doch der Mut verlässt sie, und sie erfindet stattdessen eine angebliche Erbschaft, die in der Schweiz auf sie wartet. Mit Pfleger Rudy als Fahrer, macht sie sich gemeinsam mit ihrem Sohn und dessen Tochter in einem alten Wohnmobil auf den Weg ins Nachbarland.
Drehbuchautorin und Regisseurin Enya Baroux erzählt wertfrei eine offensichtlich traurige Geschichte über würdevolles Sterben. Es ist nicht leicht über den Tod zu sprechen – verständlich, dass es Marie schwerfällt, den richtigen Moment dafür zu finden. Das macht sie nahbar, so wie alle sympathischen Charaktere des Films. Der Fokus von BON VOYAGE liegt jedoch nicht auf der Tragik sondern auf der „Bon Voyage“, der „Guten Reise“, und der Dynamik innerhalb der Familie, in der bisher vieles unausgesprochen blieb – Doch im engen Raum des Campers kann Manches nicht mehr verborgen bleiben. Durch sein lebensbejahendes Tempo entwickelt der Film die besondere, französische Leichtigkeit und schafft es mühelos die Zuschauenden in zahlreichen Momenten mit feinem Humor zum Lachen zu bringen. Ein wunderbares, tragikomisches Roadmovie, das mein Herz erfüllt hat und mir den Ohrwurm "Voyage Voyage" nicht mehr aus dem Kopf gehen lässt."
(BON VOYAGE – BIS HIERHER UND NOCH WEITER– ab dem 1.1.2026 im Kino)